Die Anreise

  Hierzu eine kleine Vorgeschichte, bzgl. der Planung unserer Anreise. Eigentlich war ja geplant, gegen 14.00 Uhr abzufliegen und in einer ausgezeichnet kalkulierten (soll heißen ausreichenden) Zeit von 2 Stunden in London Heathrow umzusteigen und das Gepäck durchchecken zu lassen. Aber wie gewöhnlich kommt ja eh alles immer anders als man denkt. Nun war der Anlass unserer Änderungen ein überaus tragisches uns trauriges Ereigniss, denn durch die Geschehnisse am 11.09.2001 in New York änderte sich natürlich alles. Nicht zuletzt unsere Flugdaten.

  Also hieß es zunächst erst einmal komplett umbuchen. Wir mussten einen früheren Flug als geplant nehmen, um unser Gepäck in Heathrow wieder auszulösen und für den Flug nach Vancouver komplett neu einzuchecken. Dafür und auf Grund der örtlichen Gegebenheiten in London reichten dann die 2 STunden nicht mehr aus. Also hieß es, bei BA mal anzuklopfen, wie es denn mit einem früheren Flug ausschaut. Nach mehrmaligem Nachfrage fanden wir dann auch eine annehmbare Lösung für alle. Diese lautete jetzt: Abflug 11.00 Uhr.

  So weit so gut. Susanne versucht noch vor dem Abflug ihr Dissertation an der Uni abzugeben, was dann auch nicht so glatt lief wie geplant. Aber nichts desto trotz, irgend wann war der Zeitpunkt gekommen, an welchem wir gemeinsam und überglücklich im Flughafen saßen und uns eincheckten. Zu unserer Freude und mit einem munteren Lächeln verkündete uns die Stewardeß am Schalter dann, daß wir die Taschen in Heathrow doch nicht auschecken müssen. "Das ist ab "HEUTE" wieder geändert." So hatten wir also dann eine Last weniger, dafür aber einen riesen Batzen Zeit an den Hacken. Nun ja!

  In London angekommen, besichtigten wir zunächst ausführlich das Abflugterminal und alle dazugehörigen Institutionen. Irgendwann beschlich uns dann ein etwas durchdringendes Hungergefühl. Zunächst versuchten wir diese Gefühl im Kaffee zu ertränken, mit Hilfe der letzten britishen Zahlungsmittel, welche Susanne mitgebracht hatte. Als wir Zahlen wollten, kam allgemeine Erheiterung auf, als der Bursche am Kaffestand eine Münze entdeckte, welche wohl in britishen Landen schon seit längerem nicht mehr als Zahlungsmittel verwandt wurde. Da der Abflug aber doch zu weit weg war, entschlossen wir uns, mit meiner nigel-nagel-neuen Kreditkarte mal richtig essen zu gehn - bei McDonalds! Der Hunger war besiegt! Smily

  Irgendwann war dann aber der Zeitpunkt des Abfluges gekommen. Und es war ein mörderisch langer Flug. Durch die kleinen Monitore im Vordersitz konnte man sich ein wenig davon beim Fernsehen vertreiben. Aber wenn man schlaftechnisch schon ein wenig angschlagen ist, fällt das Übersetzen der Filme (alles englisch) nicht mehr so leicht und wahrscheinlich bin ich auch mal hier und da ein paar Minuten weggenickt, ehe wieder der nächste aus der Reihe durchwollte, weil die Blase drückte.

  Aber die Ankunft machte das alles wieder weg. Wenigstens in den ersten paar Minuten. Dann kamen die Einreiseformalitäten. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie haben die immer mich am Wickel. Susanne hatte erst noch geschmunzelt, als ich es ihr gesagt hatte, daß es so ist. Nachher lachte sie nicht mehr. Schon beim Gespräch schien mir dies endlos zu sein. Und dann musste ich auch noch zur Taschenkontrolle. Da stand ich nun in der Reihe wie ein Häufchen Unglück und hatte mehr Angst als Vaterlandsliebe. Endlich war ich an der Reihe. Bei dem jungen Mann vor mir hatten die Zöllner sogar jedes eingeschlagene Bild ausgepackt. Oh mann! War mir schlecht. Keine Ahnung warum! Ich sah wohl so blaß aus, daß ich den Koffer gar nicht mehr auf den Tisch legen musste. Eins zwei Frage und dann kam ein OK!

HERZLICH WILLKOMMEN IN VANCOUVER - CANADA!

  Als ich aus der Flügeltür der Zollkontrolle trat, stand Susanne da, und sie schmunzelte mich an. Man war ich froh, sie zu sehen. Endlich waren wir da! Ich konnte es nicht glauben. Ein Traum war wahr geworden. Noch ein Jahr zuvor hätte ich es nicht für möglich gehalten, daß ich das wirklich durchziehen würde. Wow!

  * ENDE *

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